Feb 1 2010

Warum die deutsche Bildung so entgleist

Hendrik Erz

Seit Jahrhunderten predigen deutsche Studenten für bessere Bildung. Bereits mit der 48er-Revolution im März des Jahres 1848 stießen diese Proteste deutscher Studenten, damals noch gepaart mit dem Wunsch nach Presse- und Meinungsfreiheit, das erste mal massiv an die Öffentlichkeit. Damals war die Spitze das Hambacher Fest, bei welchem viele bekannte Persönlichkeiten Reden über ein besseres Deutschland, über den Liberalismus und die Aufklärung gehalten haben. Und die Bildung sollte sich bessern. Zwar nicht sofort, aber mit dem Ende der Kleinstaaterei und dem Beginn des Bismarck-Staates 1870 begann nach und nach eine stille Revolution im Schulwesen, die sich bis in die heutige Zeit voransetzte. Aber das Problem Bildung blieb bestehen. Zwar räumte man den Schülern wesentliche Vorteile ein, und bot bessere Studienmöglichkeiten und mehr Schulen. Es gab die Schulpflicht, Schulbesuche wurden kostenlos und das Züchtigungsgebot der Lehrer wurde abgeschafft, man setzt auf moderne Erkenntnisse in der Lernforschung und macht Unterricht effizienter.

Aber soviel man den Studenten auch gab, da die Deutsche Politik seit Jeher immer nur eine Politik des Aufbaus gewesen ist – nach den napoleonischen Kriegen und zwei verlorenen Weltkriegen, die allesamt immer in totaler Zerstörung der Infrastruktur endeten, brauchte man eben Wirtschaftswachstum und den Aufstieg – hat man Universitäten eröffnet, bestehende gefördert und die Schulen verstärkt gebaut. Aber es wurde nicht erhalten. Seitdem die Schulen existieren waren sie auf gut Deutsch dem Untergang geweiht. Nur selten bekam eine Schule einmal eine Sanierung spendiert, die wenigsten Schulen älter als 10 Jahre sehen heute noch ansehnlich aus. Sie sind herunter gekommen und die Witterung macht sich enorm an ihnen zu schaffen, man kann den Schulen beinahe wie an Bäumen die Jahresringe ablesen.

Und somit wurden die Wünsche der Studenten zwar erfüllt, aber man kümmerte sich nicht weiter drum. Nachdem die Studentenproteste abklangen, sah man keine Notwendigkeit mehr darin, in die Bildung zu investieren. Und obwohl vielerorts gegenteiliges behauptet wird, ist dies heute immer noch so. Die Politik scheint sich einen Dreck um ihre Nachfolgegeneration zu kümmern. “Nach mir die Sintflut”.

An den Schulen sieht man die Misere: Teilweise werden Fernseher aus den 60ern verwendet, es fehlt an Lehrmaterialien, Räumen, Infrastruktur und – ganz extrem – an Lehrern. Die Ausbildung zum Lehrer ist bis auf die Referendarzeit pure Theorie und viel Zettelwirtschaft, vielen Studenten wird der Spaß am Lehrersein systematisch zerstört. Beinahe, als ginge es nach dem Motto “Schule darf keinen Spaß machen, Schule ist Ernst!”. Beispielsweise las ich einmal einen Artikel über das Musiklehrer-Studium. So wurde das gesamte Studium auf theoretischen Problemen aufgebaut und innerhalb eines ganzen Studiums wurde nicht einmal wirklich ausgiebig Musik gemacht, sondern nur grundlegende Dinge, welche man in der Schule eben lehren solle, wurden vertiefend besprochen. Dadurch fehlt vielen Musiklehrern nach ihrem bestandenen Staatsexamen auch jede Lust an der Musik. Und diese Unlust geben sie an ihre Schüler weiter, die ihrerseits kaum noch Spaß an der Musik haben.

Aber so geht es auch nicht nur den Musiklehrern, in anderen Fakultäten ist es doch genauso. Der deutschen Bildung mangelt es an essentiellen Gebieten, aber anstatt es zu bessern, bekommen wir Bildungsminister(innen), respektive Frau Sommer und Schavan, welche sich regelmäßig selbst zur Zielscheibe der Studentenbewegungen machen.

Frau Sommer, ihres Zeichens Bildungsministerin in Nordrhein-Westfahlen, z.B. kämpft seit seiner Einführung mit den Tücken des Zentralabiturs und muss ihren Kopf her halten für misslungene Abiturprüfungen (Für die Lektüre sei hier der “Oktaeder des Grauens” empfohlen) herhalten, für Probleme an den Schulen, die “Stauseen”, wie z.B. an der Uni Duisburg-Essen und muss dafür sorgen, dass ganze Generationen an Schülern nicht einfach ohne Bildung auf die Straße gesetzt werden. Denn besonders seit Einführung des Zentralabiturs sind die Schulen regelmäßig derart überlastet, dass die Stundenpläne von Siebtklässlern teilweise wesentlich krasser ausfallen als Stundenpläne von Nicht-G8-Schülern aus der 11. Klasse. Und genau darin liegt das Problem. Die letzten Nicht-G8-Jahrgänge in Nordrhein-Westfahlen haben zwar keine Probleme, aber wenn die siebte Klasse bereits Unterricht während der Pausen macht und der Anspruch auf Fünfminutenpausen gestrichen wird, lässt das tief blicken.

Denn einerseits liefern solche Aktionen die Argumente dafür, dass die Schulen überlastet sind, die Lehrpläne des Kultusministeriums umzusetzen, und andererseits dafür, dass die Schulen machtlos sind und nichts weiter tun können, als mit dem Abdeckstift über die Akne zu fahren.

Das große Problem der Länder ist, dass Bildung Ländersache ist. Und zwar nur Ländersache. Das ist auf der einen Seite zwar eine gute Idee, da dadurch die Vergleichbarkeit von Abschlüssen innerhalb des Landes enorm ist, aber auf der anderen Seite ist das verhängnisvoll für die Schüler. Denn ich meine mich erinnern zu können, dass ich einmal über G8 geschrieben hatte, dass die schwachen Schüler durch das Raster fallen, und die besonders guten auf das Durchschnittsniveau gedrückt werden.

Und ein weiteres Problem ist, dass das Kultusministerium mit Männern und Frauen besetzt ist, welche bereits seit 20 Jahren keine Schule mehr von Innen gesehen haben. Sie wissen verständlicherweise nicht mehr bescheid über aktuelle Bedingungen an den Schulen und können keine wirklich hilfreichen Lehrpläne mehr gestalten. Sie können zwar Vorgaben machen, aber ob diese überhaupt durchführbar sind – das ist dann keine Ländersache mehr. Das ist Schulsache. Und das führt dann zum Abdeckstift respektive durchgängiger Unterricht – bei einigen Schulen sogar durch die 15-Minuten-Pausen hindurch.

Und Frau Sommer nun obliegt die Kontrolle über die Kommunikation zwischen Kultusministerium und Schulen. Da wundert es nicht, wenn die liebe Frau oft überfordert ist und nicht mehr beide Seiten gleichermaßen mit nötigen Informationen versorgen kann, wie das ganze denn nun gehandhabt werden solle.

Frau Schavan muss aber ebenso misslungene Gesetze ausbaden, wie Frau Sommer. Sagt sie. In einem Interview vor kurzem für den SPIEGEL redet sie viel. Über Stipendien und den Bologna-Prozess. Was sie natürlich ganz anders gemacht hätte. Aber leider wurde der Bologna-Prozess von ihrer Vorgängerin Bulmahn initiiert, sodass sie machtlos war und nun nur noch mit dem Abdeckstift unterwegs ist. So will sie das Stipendiensystem verändern. Sie plant, weitere Stipendien für die angehenden Studenten bereit zu stellen, je zur Hälfte von Staat und Wirtschaft gezahlt, welche außer den schulischen auch politische und soziale Leistungen berücksichtigen sollen. Auf die Frage hin, warum man mit genau demselben Geld das BAFöG nicht noch einmal um 10% erhöht, um die Möglichkeiten für alle Schüler gleich zu halten, wiegelt sie ab, das BAFöG solle doch erhöht werden und wurde bereits 2008 erhöht.

Und so geht sie weiter und greift den Bologna-Prozess auf. Dieser werde von vielen Studenten begrüßt und müsse lediglich noch verbessert werden. Sie redet um den heißen Brei herum, merkt aber gleichzeitig nicht, wie sie einen Rassismus oberster Güte propagiert. Laut ihr soll eine Elite gefördert werden und der ganze Rest, welcher laut seiner Leistungen eben nicht für ein Stipendium in Frage kommt, was mit dem geschieht, darüber redet sie nicht. Immer wieder geht sie nur darauf ein, wie sehr Leistung honoriert werden solle. Zum geflügelten Wort wird ihr Leitsatz “Es gibt kein gerechteres Kriterium als Leistung”. Und so schwärmt sie nahezu von leistungsstarken Studenten, also der zukünftigen Elite und verliert kein Wort über schwächere Studenten, die einfach ein Studium haben möchten, um überhaupt noch im Arbeitsmarkt aktiv werden zu können.

Denn auf der einen Seite kann ich die Argumentation der Frau durchaus verstehen. Das Problem dabei ist nur, dass dies reines Wunschdenken ist, denn es ist utopisch, anzunehmen, dass heute noch viele Menschen mit einer Ausbildung glücklich werden. Sicher – Ausbildungsplätze gibt es noch und auch Jobs – aber die schrumpfen. Nie zuvor in der Geschichte gab es so einen massiven Abbau an Stellen für normale Angestellte. Viele Tätigkeiten werden heute von Maschinen übernommen, andere Tätigkeiten sind einfach nicht mehr nötig, und so fällt eine gesamte Jobbasis weg. Heutzutage wirklich sicher sind nur Jobs, welche nicht von Maschinen übernommen werden können – eben die Positionen von Führungskräften der Wirtschaft, Politik und geisteswissenschaftliche Bereiche. Durch technologischen Fortschritt und die Globalisierung  verändert sich die Welt nun einmal, aber die Politik scheint noch keine Möglichkeit gefunden zu haben, die dadurch leidtragenden Menschen aufzufangen.

Und es ist nun einmal absehbar, dass in naher Zukunft enorme Slums entstehen werden. Auf der einen Seite die großen Innenstädte mit ihren Wolkenkratzern, in denen Wirtschaftsmogule ihrer Arbeit nach gehen werden dann den Vorstadtbaracken arbeitsloser Menschen gegenüberstehen. Es besteht die Gefahr einer Dualgesellschaft – zwei Gesellschaften in einer und während die eine bereits das All bereist, fängt die andere wieder an, Feudalwirtschaft zu betreiben. Und so ist es eben möglich, dass die sich jetzt schon alleine die durch die Politik von Frau Schavan initiierte Spreizung der Schere zwischen Arm und Reich noch größer wird und zu einer technologischen Schere wird. Und dann ist StarWars nicht mehr so fern, wie gedacht.

Doch was hilft das viele Mosern und Meckern, solange wir so eine Politik haben? Fakt ist, dass unsere Bildungsminister ziemlich viel in den Sand setzen und dadurch eben die Schere zwischen Arm und Reich vergrößern, da sie den Mittelstand nicht abfangen vor dem Abrutschen. Und so wundern sich unsere Politiker weiter, warum die Studenten so böse sind. Ich sehe uns beinahe wieder in der Zeit des Vormärz. Guten Tag.


Dec 5 2009

Magister stultus est – Wie deutsche Lehrer systematisch denunziert werden

Hendrik Erz

Morgens, viertel nach Acht in einer Schule in Deutschland. Die Klasse geht in den gerade vom Lehrer aufgeschlossenen Raum und setzt sich hin. Der Lehrer besorgt mithilfe eines Schülers einen Fernseher aus der Sammlung. Der Fernseher befindet sich in einem Rollschrank, oben der Fernseher, unten ein DVD-Player und manchmal auch noch ein VHS-Player. Theoretisch muss man nur noch den Stecker nehmen, in eine Steckdose stecken und kann sofort loslegen mit Film schauen. Theoretisch.
Auf einmal ist der DVD-Player kaputt. Er hat Macken. Doch was nun? Am DVD-Schrank hängen zwei Zettel. Auf dem einen ist in minutiöser Kleinstarbeit beschrieben, in welcher Reihenfolge man welche Knöpfe auf welche Art drücken muss, um eine DVD ans Laufen zu bekommen. Und auf dem anderen steht in besonders dicker Schrift: “Achtung! Achtung! Bitte keine Kabelverbindungen in diesem Schrank lösen oder lockern! Falls Probleme bestehen sollten, wenden Sie sich umgehend an den technischen Assistenten bzw. den Hausmeister!”.
Fast so, als wollte man den Lehrern unterstellen, weder des Englischen bzw. der Symbolsprache, noch der Technik mächtig zu sein. Ein kurzer Blick eines technisch fachkundigen Schülers in den Schrank offenbart: Es ist lediglich der Fernseher und der DVD-Player in eine Steckdosenleiste eingesteckt und ein Scart-Kabel verbindet TV und DVD-Player. Soviel zum Thema Kabelverbindungen.

Ich will nicht sagen, dass Lehrer grundsätzlich immer technische Virtuosen sind, ich kenne gar einige, welche sich sicherheitshalber nicht an die Technik trauen, weil sie noch in einer relativ untechnologisierten Zeit groß geworden sind. Solche Lehrer gelten heute allerdings nicht als Weise oder besonders angesehen ob ihrem Alter. Nein, sie gelten als “alt”, als unnützer Ballast und unmodern. Die Welt verjüngt sich und die Lehrer werden dadurch zu alten Säcken. Es scheint, als vergäße man, dass Erfahrung und Weisheit erst ab einem bestimmten Alter kommt. Schönheitswahn in der Bildung.

Wahn ist das richtige Wort. Heutzutage scheint man jeden Lehrer als unfähigen Körper zu bezeichnen – soviel Unwahres kann am amtlichen Begriff “Lehrkörper” nicht falsch sein. Doch das Schlimmste für die Lehrer dürfte sein, dass sie gleich von zwei Seiten als unfähige Stümper beschimpft werden: Von den Schülern, die heutzutage keinen Anstand mehr vor dem Lehrpersonal haben und von den Politikern, die selbstverständlich gar nicht an der Bildungsmisere schuld sein können.

Anscheinend haben die ’68er nicht so viel Gutes gebracht, wie man damals hoffte. Durch den Abfall der Autoritäten, durch Demokratisierung und durch Befreiung des Menschen von preußischen Sitten, so hoffte man, würde alles besser werden. Aber anstatt dass die Menschen vernünftig werden und sich freundschaftlich gut mit dem Lehrer verstehen, wenn er schon nicht mehr die Autoritätsperson ist, nutzt man die neuen Freiheiten, um den Lehrer samt Unterricht zu boykottieren wo es nur geht.

Die Schüler verarschen auf gut Deutsch den Lehrer von vorne bis hinten und nutzen jede Gelegenheit, um den Unterricht zu schleifen. Sicher, dafür kann man dem Schüler keinen Vorwurf machen, Unterricht ist ja schon seit der Antike verhasst – obwohl seit nunmehr 2000 Jahren eigentlich klar sein sollte, dass der Unterricht nur einem selbst etwas bringt – und zwar richtig viel. Aber mittlerweile nimmt das sogar recht bösartige Formen an.

Denn mittlerweile haben sich unter den Schülern sozusagen “Hasslehrer” und “Lieblingslehrer” herausgebildet, was eigentlich ganz normal ist. Mit dem Problem, dass sogenannte “Hasslehrer” so sehr von der Schülerschaft gehasst werden, dass sie teilweise in ihrem eigenen Unterricht – leider auch teils von der Oberstufe – beleidigt werden.

Soviel von der Schülerseite. Und jeder noch so stresserprobte Lehrer, dem so etwas nicht mehr viel ausmacht, der sich dran gewöhnt hat, hat noch einen zweiten Feind, der ihm dann den Rest gibt: Die Politik.

Bereits seit Jahren wird die Bildungspolitik in den Matsch gefahren. Ein Politiker macht’s schlechter als der nächste. Sie erfinden neue Reformen und ähnliches, die zwar verändern, aber an den falschen Stellen. Beziehungsweise die eine Art Ablenkungsmanöver darstellen. Der Schule mangelt es vor allem an einem nach dem Geld: Lehrer. Das Geld verschwindet zwar schon schneller als jeder Kassenwart es in die Kasse schaufeln kann, aber Lehrer verschwinden noch mehr. Besonders gutmütige Lehrer, die den Unterricht als solchen mögen, werden schamlos ausgenutzt. Es gibt bereits an einigen Schulen Fälle von Lehrern, welche mehrere Herzinfarkte in Folge erlitten – stressbedingt. Weil die Schüler ihnen auf der Nase herumtanzten. Also gehen diese Lehrer in Frühpension und kosten den Staat dadurch endlos viel Geld.

Doch damit nicht genug: Lehrer werden nicht nur nach ihrer Ausbildung vom Feindbild Schüler überzeugt, sondern auch während ihrer Ausbildung wird jeglicher Emotion mächtig in die Suppe gespuckt: Zum Beispiel Musiklehrern wird im sehr trockenen Studium jegliche Lust an der praktischen Musik vergeigt. Ich habe dazu einmal einen guten Artikel gelesen, in dem sich sogar Musikprofessoren an Universitäten über die Lehrpläne beschwert haben, in denen kaum noch motivierender Unterricht vorgesehen war. Und von wem werden Lehrpläne bestimmt? Vom Ministerium, also von Politikern.

Und damit sind wir beim nächsten Punkt, wo den Lehrern der Strick geknüpft wird: Ihnen wird auch die Verantwortung in den Lehrplänen abgenommen. Anstatt dem Lehrer zu sagen, was so grob in einem Jahr und in der gesamten Schullaufbahn durch genommen werden soll, wird minutiös vorgegeben, was zu unterrichten ist. Und dazu werden die Abiturklausuren jetzt vom Ministerium vorgegeben. Sicher erhöht dies die Vergleichbarkeit innerhalb eines Landes, aber was soll das? Zentralabitur klingt für mich wie Globalisierung in der Bildung.

Doch wieder zurück zu den Lehrern. Neben also den Schülern und den Vorgaben durch das Kultusministerium werden die Lehrer wie gesagt noch durch die Politiker penetriert. Denn wenn erneut ein Zentralabitur fehlerhaft ist und alle Schüler ihr Abitur doppelt schreiben müssen, und die Lehrer beim zuständigen Ministerium Sturm laufen – wer ist dann Schuld? Die Politiker, welche überhaupt erst die Idee hatten, dass ein paar wenige Lehrer Arbeiten für ein ganzes Bundesland machen müssen, oder die Lehrer, welche diese Aufgaben aufgrund sehr vager Vorgaben erstellen mussten?

Nicht zu vergessen, dass trotz Zentralabitur der Unterricht immer noch sehr persönlich ist. Trotz Lehrpläne und ähnlichem sind die Klassen alle unterschiedlich weit und wissen teils mehr, teils weniger – je nach Verständnis in der Klasse. Und durch das Zentralabitur wird dieses Gebirge flach gewalzt, sodass oben höchstens die Spitzen noch herausstechen. Und am Ende dieses lustigen Systems stehen dann Schüler mit einer “global” gültigen Note an Unis gehen können und sich bewerben können. Falls sie denn das Geld dazu haben. Und ohne Studienabschluss braucht man heute auch nicht mehr bei Firmen anfragen, da kann man ja gleich zur Müllabfuhr gehen.

Und da wundern sich die Politiker, dass es immer weniger Lehrer gibt, immer weniger Bildung und immer weniger Motivation innerhalb der Schule überhaupt? Bei so einem System meiner Meinung nach kein Wunder. Aber vermutlich werden die eigentlichen leidtragenden, die Schüler, das in ein paar Jahren nicht einmal mehr verstehen können mangels Aufklärung. Gott, schmeiß’ Hirn und schick’ die Politiker nochmal zur Schule der Neuzeit, auf dass sie verstehen mögen!